Forschergruppe „Philologie des Abenteuers“
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Abenteuer und Spannung: Zur Geschichte ihres Verhältnisses

Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, LMU München
Projektleiter: PD Dr. habil. Wolfram Ette

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Sherlock Holmes und Professor Moriarty an den Reichenbachfällen
Illustration von Sidney Paget zu Arthur Conan Doyles The Final Problem (1893).

In dem Projekt geht es darum, den Begriff der literarischen Spannung historisch zu entfalten. Leitend ist dabei die Hypothese, dass sich diese Triebkraft des Erzählens und des Lesens seit dem Mittelalter in dichter Wechselwirkung mit den Erzählformen des Abenteuers ausgebildet hat. Damit möchte das vorliegende Projekt einen Beitrag dazu leisten, die nicht deckungsgleichen, aber miteinander verbundenen Ursprünge zweier Zentralparadigmen populärer Literatur freizulegen. In der Differenzanalyse können sich ‚Spannung‘ und ‚Abenteuer‘ gegenseitig erhellen. Das heißt, dass die Genese des Abenteuerparadigmas seit dem Mittelalter Kontur und Trennschärfe gewinnt, wenn man sie zu den Transformationen in Beziehung setzt, denen Vorstellung und Verfahrenstechniken literarischer Spannung unterworfen sind. Umgekehrt lässt sich die Geschichte der Spannung sachhaltig nur auf der Basis der Abenteuererzählungen schreiben, die zumindest bis zum späten 18. Jahrhundert mit ihr weitgehend koextensiv gewesen sind.

Die Fragen, die dem Projekt zugrunde liegen, sind dabei sowohl literatur- als auch kulturgeschichtlicher Natur. Das heißt, dass auf der einen Seite die literarhistorischen Bedingungen – das Selbstgespräch der Literatur mit ihrer eigenen Geschichte –, auf der anderen die ökonomischen, technischen und medialen Voraussetzungen thematisch sein werden, die dazu beigetragen haben, dass sich der Begriff von Literatur und die Ansprüche, die ihr gegenüber erhoben wurden, in der Neuzeit so nachhaltig verschoben haben.

Zugeordnete Schwerpunkte: